Achtung! Diesen Beitrag gibt es GRATIS!

21. Mai 2013 - 16:50 Uhr

In den USA ist vor ein paar Jahren ein interessantes Experiment durchgeführt worden: Am Eingang einer Universität wurden an einem Stand zwei Sorten Schokolade verkauft. Die eine war eine durchschnittliche Supermarkt-Schokolade zum Preis von einem Cent. Direkt daneben lag hochwertige Lindt-Schokolade, die allerdings 10 Cent kostete.  Trotzdem verkaufte sich die Lindt-Schokolade deutlich besser. Tags darauf gab es beide Sorten erneut. Die Supermarkt-Schokolade gab es kostenlos, die Lindt-Schokolade kostete einen Cent. Das Verkaufsverhältnis kehrte sich um. Fast alle griffen zur kostenlosen Supermarktschokolade. Falls Sie jetzt denken: Ist doch logisch – dann sind sie dem selben Denkfehler erlegen wie alle anderen, die zur kostenlosen Schokolade gegriffen hatten. Denn tatsächlich hatte die Preissenkung bei beiden Sorten jeweils 10 Cent betragen. Der Begriff “gratis” wirkte allerdings in vielen Gehirnen als derart starker Anreiz, dass das Denkmuster vom Vortag komplett in Vergessenheit geraten war. Im Gegenteil: Am Tag zuvor hatte der Preisabstand noch 9 Cent betragen, jetzt lag er nur noch bei einem. Trotzdem, Strategen aus Marketing und Werbung wissen das schon lange: Schreib irgendwo “kostenlos” drauf – einen stärkeren Anreiz gibt es für das menschliche Gehirn kaum.

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Warum diese kleine Geschichte hier steht und was sie mit Medien zu tun hat? Wenn es um die künftige Finanzierung von Journalismus geht, dann ist gerne die Rede von der “Kostenlos-Mentalität” im Internet, die es zu bekämpfen gelte. Was auf den ersten Blick naheliegend klingt, erweist sich auf den zweiten dann schon als unsinnig: Es gibt nicht nur eine Kostenlos-Mentalität im Netz, sondern auch eine beim Schokolade-Kaufen. Oder sonstwo, wenn es um´s Geld geht. Nicht umsonst trägt das Buch, in dem diese Geschichte beschrieben ist, den wunderbaren Titel “Denken hilft zwar, nützt aber nichts”. Realistischerweise müsste man also sagen, dass man nicht der Kostenlos-Mentalität im Netz den Kampf ansagen will, sondern der generellen Kostenlos-Mentalität von Menschen. Wenn man sich dann vor Augen führt, dass das eines der am tiefsten verankerten Denkschemata des Menschen ist, klingt das dann plötzlich schon nicht mehr ganz so aussichstreich. Und die gerne vorgetragenen Argumente, man müsse wahlweise den Menschen eben klar machen, dass guter Journalismus halt was koste oder dass man einfach bessere Produkte machen müsste, dann würden die Menschen gerne in Heerscharen bezahlen, hören sich dann auch etwas hohl an. Bei Lindt machen sie bestimmt sehr leckere Schokolade und die ist in ihrer Herstellung sicher auch teurer als die aus dem Supermarkt. Und vermutlich wäre das auch jedem der Versuchsteilnehmer klar gewesen, hätte man ihn darauf hingewiesen. Das im Hirn verankerte “GRATIS!!” war trotzdem stärker.

Aus der Schweiz kommen jetzt auch Zahlen, bei denen man unwillkürlich an die Geschichte von der Schokolade denken muss. Demnach hat die NZZ seit der Einführung ihrer Paywall gerade mal rund 800 Menschen dazu bewegen können, ein Abo ihrer Webseite abzuschließen. Dabei sind die Parallelen zu Lindt augenscheinlich: Niemand würde bezweifeln, dass die NZZ hochwertigen Journalismus abliefert, dass ihre Webseite zu den besseren im deutschsprachigen Raum gehört und dass sie ein Publikum anspricht, das nicht jeden Rappen zweimal umdrehen muss und das zudem sicher verständig genug ist um zu verstehen, dass die Produktion von gutem Journalismus Geld kostet, richtig viel sogar. Man könnte jetzt eine ganze Menge Überlegungen anstellen, warum sich dann trotzdem nur so vergleichsweise wenige Leser für ein Abo entschieden haben. Aber an einer wird man nicht vorbeikommen: Es gibt (zu) viele Alternativen, auf denen immer noch das Etikett “gratis” pappt. Warum man für etwas bezahlen soll, was es anderer Stelle kostenlos gibt, ist immer noch für die meisten Menschen eine Frage, die sie nicht wirklich befriedigend beantworten können.

Das macht die Argumente, man müsse hochwertigen und besonderen Inhalt liefern, um Kunden zum Bezahlen zu bewegen, nicht per se verkehrt. Es relativiert sie nur ein gutes Stück. Nämlich dahingehend, dass es schon sehr spezieller und sehr hochwertiger und sehr seltener Inhalt sein muss, wenn die Sache mit dem Bezahlen klappen soll. Das ist Journalismus per se eher selten, selbst wenn man sich noch so viel Mühe gibt. Mag sein, dass das im Hinblick auf die künftige Finanzierung von Journalismus keine sehr erfreuliche Nachricht ist. Aber wenn wir schon bei den unangenehmen Wahrheiten sind: Vielleicht wäre es auch allmählich an der Zeit sich einzugestehen, dass nicht jeder, der sich heute noch Marktteilnehmer nennt, die nächsten fünf Jahre überstehen wird.

 

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Das journalistische Placebo: Vergesst Crossmedia!

19. Mai 2013 - 12:36 Uhr

Natürlich könnte man jetzt erstmal ein paar Nachrichten aus der zunehmend alberneren Debatte “Print vs Online”aufzählen: Der Zeitungsdesigner Norbert Küpper erregt sich beispielsweise gerade über einen Text von “Cicero Online”, in dem Petra Sorge der Auffassung war, eine ganze Branche verharre im Gestern. Küpper schrieb keinen Kommentar unter Petra Sorges Text, sondern veröffentlichte auf Slideshare eine ganze Präsentation, in dem er Petra Sorges Text, nun ja, auseinander nahm. Küpper moniert u.a., die Autorin halte sich nicht an gängige journalistische Maßstäbe, das werde er nicht tolerieren. Argumentativ stört sich Küpper u.a. daran, dass er von Petra Sorge als “weißhaarig” bezeichnet wird, was nicht falsch ist, von Küpper aber irgendwie als suggestiv wahrgenommen wird. Der Rest erinnert mich in vielem an das, was ich schon als Volontär beim “Dingolfinger Anzeiger” gehört habe, wenn irgendjemandem was nicht gepasst hat. Man mault halt rum. U.a. schreibt Küpper, Petra Sorge haben den Satz kreiert, die Zukunft der Medien habe irgendwie mit dem Internet zu tun und dass sie mit diesem Satz zeige, dass sie der Auffassung sei, die Zukunft der Zeitung liege tendenziell eher im Internet (tja…). Ansonsten das übliche Zeug von allen Fronten:  Man streitet sich ermüdend lange und irgendwie ergebnislos darum, wie viel Netz es denn jetzt sein darf und ob Paywalls gut oder schlecht sind. Ansonsten aber räumen nahezu alle Menschen und womöglich sogar Norbert Küpper ein, dass Medien und Journalisten irgendwie crossmedial aufgestellt sein müssen. Wer besonders viel auf sich hält, wirft momentan gerne auch den Begriff “Transmedia” in die Runde, das klingt dann nochmal einen Tick besser.

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Zeitung

Es gibt also momentan eine ganze Reihe von Veranstaltungen, Schulungen und Diskussionen, die im Kern eines beinhalten: die Annahme, man müsste künftig einfach nur crossmedial arbeiten und dann wird alles wieder gut. Man macht also schlichtweg ein bisschen mehr als vorher, bedient noch ein, zwei zusätzliche Kanäle – und das war´s dann wieder. “Stimmt ja auch”, mögen Sie sich jetzt insgeheim denken. Dabei ist es genau andersrum: Vergesst Crossmedia! Das mag jetzt eine etwas merkwürdig wirkende Forderung für jemanden sein, der ein Buch namens “Crossmedia” geschrieben hat und dauernd Seminare zum Thema “Crossmediales Arbeiten” gibt. Aber spätestens bei “Universalcode” hat sich die Richtung bei genauem Lesen schon etwas verändert. Nämlich hin zu: Es geht um neuen Journalismus, neue Ideen eines journalistischen Berufsbildes und die Überlegung, wie man digitalen Journalismus so definieren kann, dass er mehr ist als die Summe seiner Teile. Genau zu dieser fatalen Rechnung verführt allerdings das Buzzword “Crossmedia”: Print plus ein bisschen Online plus ein bisschen Social Media ist gleich guter, neuer, zeitgemäßer Journalismus.

Man denkt dann unweigerlich an die ersten Ausgaben der “Tagesschau” in der ARD. Die kamen die ersten Jahre immer daher wie die Wochenschauen im Kino. Was vermutlich schlichtweg daran lag, dass man mit diesem komischen neuen Medium Fernsehen noch keine wirklichen Erfahrungen hatte und man deshalb einfach die Darstellungsformen aus dem alten in das neue Medium transferierte. Was ja auch irgendwie nahelag: Beide Male handelte es sich schließlich um Nachrichten in bewegten Bildern, nur dass der TV-Schirm  ein bisschen kleiner war. Es hat ziemlich viele Jahre gedauert, bis TV seinen eigenen Stil gefunden hatte. Und irgendwann war auch klar, dass das Medium TV der bessere Platz für Nachrichten ist; man würde jedenfalls vermutlich etwas irritiert schauen, wenn heute vor dem Blockbuster erstmal Nachrichten zur Lage in Afghanistan und über die neuesten Arbeitslosenzahlen kämen.

Warum dieser Vergleich? Weil vielerorts immer noch das passiert, was im Fernsehen der 50er und 60er Jahre zu beobachten war: Man versucht, alte Medien im neuen Gewand zu machen. Kein Problem der Verlage allein, ganz sicher nicht. Radiosendern fällt häufig noch nicht sehr viel Originelleres ein, als gesendete Beiträge oder Formate auch zum Download anzubieten und das Ganze dann “Podcast” zu nennen. Wenn TV-Sender ins Netz gehen, dann entsteht dort nur in den seltensten Fällen etwas anderes, als ein TV-Beitrag, der dann halt einfach im Netz zu sehen ist. Und dass viele Tageszeitungen immer noch meinen, das Netz sein prima Kanal, um dort eine bildschirmlesbare Zeitung ins Netz zu stellen, ist ja seit etlichen Jahre eine etwas beklagenswerte Tatsache. Diese Geschichten könnte man noch ziemlich lange weiter erzählen; auch im sozialen Netz lesen sich viele Medienaccounts wie eine elektronische Programmzeitschrift mit Kommentar- und Teilfunktion. Tatsächlich Neues und dem Kanal Angemessenes – meistens Fehlanzeige, weil man es im Jahr 2013 bei vielen Redaktionen immer noch als Fortschritt werten muss, wenn es einen Facebook-Account gibt. Wer dann noch twittert, gilt beinahe schon als König, selbst dann, wenn Sendungen, die im linearen Programm regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer schaffen, im Netz bei ein paar Hundert Fans und Followern hängenbleiben. Daran ist übrigens und nur am Rande bemerkt natürlich das Netz schuld, nicht derjenige, der seine Unlust zur Kommunikation öffentlich zur Schau stellt.

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Die inflationäre Verwendung des Begriffs “Crossmedia” ist also alles andere als ein Segen. Er stand mal, ganz am Anfang, für eine gute Idee, eine Richtung, die man einschlagen müsste, wenn man was geschafft bekommen will. Inzwischen behauptet jeder Manager (mittlerer Ebene), der mit seinem Haus auf mehr als einem Kanal vertreten ist (und wer ist das nicht mehr?), er habe eine crossmediale Strategie. Bevor sich jetzt alle Journalisten die Hände reiben und mit dem Finger auf die Kollegen aus den Geschäftsführungen zeigen: Leider gibt es auch ausreichend viele Journalisten, die sich selbst eine anständige crossmediale Expertise bescheinigen würden, nur weil sie schon mal mit dem Smartphone  Videobilder gedreht oder einen Tweet abgesetzt haben. Aber das sind rein technische Vorgänge, alle erlernbar, sie haben nichts mit dem Paradigmenwechsel zu tun, den man als Journalist vollziehen müsste, wenn man sich in seine neue Rolle in der Gesellschaft einfügen will. Diese Rolle ist zunehmend weniger die des Informationsbeschaffers. Information als Rohstoff gibt es inzwischen mehr als genug, wir brauchen nicht noch mehr Leute, die sie besorgen. Was an dieser Informationen ist real, wie zu gewichten, wie einzuordnen? Wenn Journalisten ihren Job ernst nehmen wollen, dann konzentrieren sich auf die Rolle als Kurator, Moderator und Analyst.

Dabei – um das jetzt auch irgendwie endlich mal loszuwerden – spielt es nur eine sehr untergeordnete Rolle, auf welchem Kanal man das macht. Die immer noch geführte und immer noch sehr leidvolle Debatte “Print vs. Online” ist dabei so irreführend wie die Dauerverwendung des Schlagworts Crossmedia. Ob jemand guten Journalismus gedruckt oder online oder mobil verbreitet, ist mir persönlich so egal wie der VfL Wolfsburg. Die entscheidende Frage der nächsten Jahre ist also vielmehr, wie Journalisten und Redaktionen künftig mit den Inhalten umgehen wollen und ob sie endlich verstehen, dass weder crossmediales Arbeiten noch die Präsenz in sozialen Netzwerken ein Selbstzweck sind, den man erfüllt, weil man dass jetzt eben so hat. Beides keine Frage der Quantität, sondern eine Frage, welche Haltung und wie viel Idee dahinter steckt. Konkret: Wenn ich ein crossmedial angelegtes Projekt entdecke, dann finde ich es nur spannend, wenn jeder Kanal so genutzt ist, wie es seinen Möglichkeiten entspricht. Wenn jemand zu irgendeiner Geschichte irgendein Video dreht, dann ist das nicht Crossmedia, sondern erst mal nur eine Geschichte und ein Video. Wenn jemand bei Twitter oder Facebook einfach nur seine Links absetzt, ist das nicht sozial (im Sinne von: gemeinsam), sondern einfach nur noch ein Verbreitungskanal. Genauso wenig, wie es etwas mit “Social TV” zu tun hat, wenn jetzt regelmäßig Tweets eingeblendet oder (beinahe noch öder) von der obligatorischen Twitter-Tussi on air vorgelesen werden. Sozial heißt gemeinsam, soziale Medien sind demnach solche, deren Weg und Entstehung gemeinsam gegangen wird.

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Man sollte also eher besser weghören, wenn es demnächst auf Schulungen und Seminaren und anderem Kram um Crossmedia oder Social Media geht. Das sind intellektuelle Placebos, die man jemandem verabreicht, damit er wenigstens für eine kurze Zeit meinen kann, dass es wirkt. An der tiefergehenden Analyse, an der Suche nach einem neuen journalistischen Selbstverständnis, kommt man deswegen trotzdem nicht vorbei. Einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt entkommt man schließlich auch nicht, nur weil man jetzt öfter die Zähne putzt.

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Universalcode: Die Apps kommen

15. Mai 2013 - 18:32 Uhr

Selbst im hohen Alter gibt es noch Dinge, die man zum ersten Mal macht. Beispielsweise eine App bauen. Momentan sitze ich mit dem Artdirector der ABZV, Andy Artmann, zusammen – und gemeinsam schrauben wir an der ersten von mehreren geplanten Apps zu “Universalcode”. Die erste, so viel kann ich schon verraten, wird sich mit dem Thema Datenjournalismus befassen.

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Ein paar grundsätzliche Sachen dazu: Natürlich werden die Apps nicht einfach E-Books. Schon alleine deswegen nicht, weil es “Universalcode” ja schon lange als E-Book u.a. bei Amazon und bei Apple gibt. Aber es würde auch so wenig Sinn machen, ein Buch einfach in eine App zu konvertieren. Die Apps werden deshalb zu einem großen Teil aus Videos und Tutorials bestehen, dazu kommen kurze erklärende Texte. Texte aus dem Buch sind nicht enthalten.

Für alle, die es interessiert: Wir bauen diese App mit einer Software namens “Tango”. Wer es ausprobieren will und Tutorials braucht – bitte hier entlang.

Mir ist natürlich klar, dass man komplexe Themen wie den Datenjournalismus nicht mal eben im Vorbeigehen in einer App erklären kann. Aber ich wollte immer, dass “Universalcode” nicht einfach ein Buch mit angeschlossener Website ist. Deswegen gibt es auch die “Universalcorner” im Radio, das E-Book und bald eben die Apps.

Die Apps werden kostenlos im Apple-App-Store zu haben sein, wann genau, das wird hier bald stehen. Und sorry,auch wenn es jetzt zu Protesten kommt: vorerst kein Android. Für eine kleine Nonprofit-Truppe wäre das im ersten Schritt schlichtweg zu viel gewesen.

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rp13-Videos: Freddie, Fiene und ix

10. Mai 2013 - 10:34 Uhr

Und jetzt aber, versprochen, zum allerallerletzten Mal das Thema rp13. Da gibt es zum einen natürlich noch das letzte Video von Daniel Fiene und mir aus unserer kleinen Universalcorner nachzutragen.

Irgendwann ist in diesem Video auch vom Finale mit “Bohemian Rhapsody” die Rede. Nicht gesehen? Bitte sehr, so sah das aus:

Multi-view Bohemian Rhapsody at re:publica 2013 from rha:publica on Vimeo.

Alle Videos von der rp13 finden sich übrigens in einem YouTube-Channel. Wobei – mein ganz persönlicher Favorit ist ja das hier. Tausend mal mehr Hirn,Witz und Esprit als der eine oder andere, der für sich reklamiert, Hirn,Witz und Esprit zu haben:

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Leben in den medialen Paralleluniversen

9. Mai 2013 - 21:43 Uhr

Wenn es um den aktuellen Zustand der Onlinewelt geht, dann kann man gerade jetzt, einen Tag nach dem Ende der re:publica, gerne zwei sehr konträre Meinungen hören. Die re:publica und mit ihr ihre Protagonisten seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, textete beispielsweise die SZ in dieser Woche.  Unsinn, befand wiederum Springers “Morgenpost” – da blieben eben dann doch nur die Nerds unter sich, in der Mitte der Gesellschaft seien weder die Themen noch ihre Protagonisten angelangt. (Freundlicher Hinweis: Meine persönliche Meinung dazu, habe ich bei “Cicero” aufgeschrieben).

Liveblog

Zumindest wenn es um Medien im weiteren und den Journalismus im engeren Sinn geht, dann ist es kein Fehler, sich ab und an zwischen beiden Welten zu bewegen. Ich bin während der re:publica zweimal nach Leipzig gependelt, habe dort am “Medientreffpunkt Mitteldeutschland” teilgenommen – und war danach erstens müde und zweitens baff erstaunt. Weil mir nicht klar war, wie groß der (digitale) Graben immer noch ist. Womöglich, auch wenn man das kaum für möglich halten soll, ist er sogar größer geworden. Ich habe jedenfalls noch nie so unmittelbar zwei derartig verschiedene Kulturen so heftig aufeinanderprallen gesehen. Nicht man unbedingt nur deshalb, weil die re:publica ein dreitägiges Gewusel im hochkreativen Chaos ist und man beim “Medientreffpunkt” ganz ordentlich Mittagspausen mit Buffett und Smalltalk macht und man bei den einen Club Mate und bei den anderen stilles Wasser trinkt. Sondern weil man bei Besuch in Leipzig das Gefühl nicht los wird, dass man in der analog lebenden Medienwelt zwar gerne und viele Bekenntnisse abgibt, wie wichtig dieses digitale Zeugs doch sei, ansonsten aber zum einen dann doch lieber weiter machen möchte wie gehabt. Und man zum anderen immer noch in Denkweisen verhaftet ist, von denen selbst Pessimisten denken könnten, sie seien endgültig Vergangenheit. Sind sie aber nicht.

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QWERTZ

Man sitzt dann also auf einem Panel, das sich mit Blogs und Podcasts und solchem Zeug beschäftigt. Und man liest die Ankündigung für dieses Panel, die beinahe so absurd ist wie die wundervolle Formulierung des ARD-Morgenmagazins, die re:publica sei Deutschlands wichtigste “Internet-Messe”:

Podcaster und Blogger widmen sich ihren Produkten oft mit viel Hingabe und Know-how. Dabei verfolgen sie selten das Ziel, reich und berühmt zu werden. Das Motiv liegt irgendwo zwischen Hobby, Reputation und Eitelkeit. Ihre Abonnenten haben einen klaren Mehrwert und sind meistens treue Nutzer.

Für einen Moment lang dachte ich, es handle sich dabei um einen hübschen Ironieversuch. Als ich dann die Eingangsfrage gestellt bekam, welche dieser drei Motive mein wichtigstes sei, war ich leider zu überrumpelt, um wirklich schlagfertig zu sein. Eigentlich hätte ich sagen müssen: Eindeutig die Eitelkeit, ich stehe auch morgens vor dem Spiegel und küsse mein Ebenbild. Tatsächlich ging die Debatte dann leider auf dem Level auch so weiter. Die Rede war dann auch davon, dass im Journalismus und in Blogs immer mehr Meinung statt Information produziert werde, weil das sehr viel billiger sei als harte Recherche. Das alte Lied also: Da schreiben und senden irgendwelche Leute das Internet zu, während unser schöner Qualitätsjournalismus den Bach runtergeht. In dem Moment musste ich an ein Zitat der “Dresdner Neuesten Nachrichten” denken, das Sascha Lobo am Montag Abend in seinen Vortrag gepackt hat: Den Weggang Stefan Niggemeiers vom “Spiegel” schmückte man dort mit der Formulierung aus, bei Niggemeier handle es sich um einen “sehr überschätzten Web-Blogger”. Sieht man von dem sprachlichen Auffahrunfall “Web-Blogger” ab, zeigt das die ganze Verachtung, die immer noch in vielen Analog-Köpfen steckt. Ob die gleiche Redaktion, sagen wir, Claus Kleber als einen “sehr überschätzten Fernsehansager” bezeichnet hätte? Ich bin dann übrigens irgendwann man ziemlich bockig geworden und habe gesagt, angesichts der vielen Journalismussimulationen in der analogen Welt sähe ich jetzt keinen Grund für irgendwelche Überheblichkeiten. Und was passiert? Ein Tweet:

Blogger schlagen zurueck: Ein Grossteil der medialen Berichterstattung ist “Journalismussimulation”. Christian Jakubetz gerade beim MTM-Lab.

Es ist aber auch ein Elend mit diesen “Web-Bloggern”: Kaum kritisiert man sie ein wenig, schlagen sie auch schon wieder unbarmherzig zurück.

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Meine nächste Veranstaltung am kommenden Tag wiederum trug den schönen Titel “Wie gelingt der Umstieg von gratis auf kostenpflichtig im Netz?”. Nach einer etwas längeren Einleitung dann der gestrenge Hinweis: “Es gilt weiterhin ins Bewusstsein zu rufen: Qualitäts- Journalismus will bezahlt werden.”  Eigentlich war da schon meine Verzweiflung angemessen groß und als die Rede dann auch noch auf die inzwischen totdebattierte “Kostenlos-Mentalität” im Netz kam, war es vermutlich nur meinem sonnigen Gemüt zu verdanken, dass ich nicht unfreundlich wurde.  Alles wie gehabt also: Eitle und überschätzte Hobbyblogger auf der einen, kostenlose Schnorrer auf der anderen Seite – wie soll das jemals nochmal etwas werden mit diesem Journalismus im Netz? Ich fürchte, in den Vorstellungen von Leipzig (und auch andernorts, wie wir gleich noch sehen werden) hieße die Lösung: Man muss den Jungs im Netz nur mal ordentlich Mores lehren, ihnen ihre Blogs und Podcasts wegnehmen und gleichzeitig eine allgemeine Zahlungspflicht einführen. Und vermutlich findet man dort sogar die Argumentation der Drosselkom schlüssig und stringent.

Die Kollegin Petra Sorge hat unterdessen in Wien den “European Newspaper Congress” beobachtet – und ist, was Zeitungen angeht, zu einem Ergebnis gekommen, das vermutlich als “typisch für diese Blogger” bezeichnet würde, wenn es denn einer dieser üblichen verdächtigen Blogger gewesen wäre, der zu diesem Ergebnis gekommen ist: “Eine Branche verharrt im Gestern”, betitelt sie ihren Beitrag. Wäre ich nicht selbst mal wieder in diese analoge Welt geplumpst, ich hätte vermutlich im Stillen gedacht, dass die Kollegin Sorge da aber dann ein bisschen arg dick aufträgt. So aber – glaube ich jedes Wort und wundere mich nicht einmal. Dabei hatten sie sich sogar die Wissenschaftlerin Emily Bell nach Wien geholt, die ihnen Dinge auf den Kopf zusagte, die sehr viel unangenehmer sind als das meiste, was man in Deutschland so zum Thema zu lesen bekommt.

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Wie wandlungsfähig ist diese analoge Medien-Welt also noch? Nach den Erfahrungen und der Lektüre der letzten Tage geht meine Tendenz zu: gar nicht. Dass man im Jahr 2013 die re:publica und einen durchschnittlichen Medienkongress als zwei Paralleluniversen wahrnehmen muss, ist jedenfalls kein wirklich gutes Zeichen.

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#rp13, Tag 1: Telekomgesellschaftserdrosselung

6. Mai 2013 - 21:53 Uhr

Immer, wenn die Re:publica stattfindet, ist das auch ein ganz guter Anlass darüber nachzudenken, wo wir denn jetzt aktuell stehen mit unserem digitalen Leben, auch und gerade, wenn es um uns in den Medien geht. Man steht dann morgens vor der dann doch ganz beachtlichen Schlange, wartet eine knappe Stunde, bis man drin ist – und denkt sich: Wir sind viele (und wir werden immer mehr). Das Schöne wie auch Bezeichnende ist: 5000 Menschen sollen es in diesem Jahr sein und trotzdem kennt man sich. Digitale Klassenfahrt, Kindergeburtstag, das digitale Leben in Deutschland ist auch unter 5000 Menschen noch überschaubar. Soll man sich da jetzt freuen – oder doch wundern, dass das Zukunftsthema schlechthin immer noch in vergleichsweise kleinen Zirkeln ausdiskutiert wird? Günther Dueck sagt´s ganz schön bei einer der ersten Sessions: Hier drin sind wie viele, da draußen immer noch vergleichsweise wenige.

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Die Themen sind in den ersten Stunden halbwegs erwartbar: Das freie Internet muss verteidigt werden, ein Zweiklassen-Internet darf es nicht geben, für das mittelmäßige und rückwärtsgewandte in dieser Onlinewelt steht gerade, wenig überraschend, die Telekom, für die Dueck den sehr schönen Begriff der “Telekomgesellschaftserdrosselung” kreiert. Tatsächlich kontrastiert kaum etwas so schön den Unterschied zwischen digitaler Konferenzirgendwas und dem digitalen Alltag: Hier reden wir darüber, was alles sein könnte und sollte, draußen fällt den Providern nichts Sinnigeres ein, als das Internet zu drosseln, weil es gerade so groß wird. Ich habe hier übrigens schon einige Stände gesehen, von der Telekom war keiner dabei. Dafür immerhin von der Commerzbank einer, auch wenn ich nicht so recht weiß, was die hier macht.

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Und dann habe ich mir noch das völlige Kontrastprogramm zum deutschen Digitalalltag gegeben, in dem ich mir Betsy Hoover angehört habe. Miss Hoover hat die digitalen Kampagnen von Barack Obama verantwortet und ist sehr amerikanisch: “How are you”, beginnt sie ihren Vortrag, was der digitale Morgenmuffel des Landes D. mit einem bestensfalls freundlichen Lächeln quittiert, keineswegs aber mit massenhaft rausgeschleuderten “great”, wie es wohl in den USA gewesen wäre. Danach lernt man zwei Dinge: Die Amis beherrschen diese Sache mit der Emotion und dem Einsatz von Videos in einer unfassbaren Perfektion. Und man hört von ihr Dinge, die an sich wenig überraschend sind: Leute da abholen, wo sie sind, mit ihnen in einen Dialog treten, sie zu Beteiligten machen. All das findet man völlig ok, aber nicht unbedingt wahnsinnig erhellend, weil man sich das schon irgendwie dachte. Dann aber, während man gerade beginnt, Miss Hoover auf ihr Strahlelächeln und ihre amerikanisch gute Laute zu reduzieren, macht man dann den Realitätsabgleich mit dem gequälten “muss ja irgendwie”, mit dem in Deutschland Medien, Politik und Gesellschaft an das Digitalthema herangehen. Und man denkt sich: Gemessen an dem sind wir dann doch noch ein digitales Entwicklungsland. Und deswegen freut man sich dann doch, dass es lange Schlangen am Eingang gibt und immerhin 5000 Menschen hierher kommen. Und man denkt sich: Irgendwann werden sie es schon noch lernen, bei der Telekom, in den Redaktionen und vielleicht sogar in der Politik.

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Journalismus, eine Amtshandlung

3. April 2013 - 19:17 Uhr

Erst unlängst habe ich wieder etwas über mein Lieblingsthema gelesen: den kommunalen Haushalt. Dort waren im Lokalteil alles zu erfahren, was so einen waschechten, schönen Haushalt ausmacht. Wie hoch die Zuführung zum Vermögenshaushalt sein würde, beispielsweise. Wie hoch der Anteil der Personalkosten im Gesamtetat sei. Und wie viel an so genannter Kreisumlage man zu bezahlen habe. Das alles war mit einigen Torten- und Säulen- und sonstigen Diagrammen bebildert, so dass es fast nicht mehr ins Gewicht fiel, dass einige andere Informationen, die womöglich interessant gewesen wären, unter den Tisch fielen. Was beispielsweise mit den ganzen Millionen passiert, also, so ganz praktisch, wenn sie nicht gerade zwischen Vermögens- und Verwaltungshaushalt hin- und hergeschoben werden. Oder in Posten versickern, die irgendwelche merkwürdigen Zahlenfolgen als Positionsbezeichnungen tragen und bei denen der Kämmerer zwar wunderbar weiß, welcher Einzeletat das jetzt ist und was man damit machen kann, der Leser aber leider etwas ratlos davorsteht.

Keine Ahnung, welchem Einzeltat dann der auf der gleichen Seite stehende Bericht über eine Aktivität zuzuordnen wäre, aber die gleiche Stadtverwaltung, die jenen Haushalt zu verantworten hat, hatte erst unlängst auch noch zwei Mitarbeiter auf eine vermutlich eher unbedeutende Tourismusmesse geschickt, wo sie dem Staatssekretär für irgendwas einen Prospekt überreichten, in dem es hieß, es könne eine durchaus schöne Sache sein, seinen Urlaub in dieser Stadt zu verbringen (ich kenne die Stadt übrigens und würde Ihnen ja eher davon abraten, aber das nur nebenbei). Es scheint überhaupt eine gute Zeit für neue Prospekte zu sein. Der Zahl der frische Prospekte in die Kamera haltenden Bürgermeister und Landräte zufolge dürfte jedenfalls ein beträchtlicher Teil der passablen wirtschaftlichen Lage Deutschlands mit der Prospektindustrie zu tun haben.

Warum das hier steht?  Manfred Braun, Geschäftsführer der WAZ Funke-Mediengruppe hat jetzt etwas gesagt, worauf der DJV reflexartig mit einem lauten “Pfui!” reagiert hat. Funke sagte sinngemäß, speziell im Lokalen gehe es halt nicht immer nur um journalistische Qualität und gute Geschichten – oder wenigstens das, was Journalisten oft dafür halten. Vielmehr gehe es um Lesernähe, die gerne von Journalisten mal vergessen werde. Nun ist das ein bisschen problematisch, weil man Funke natürlich mindestens ebenso reflexartig die eher unschönen Entwicklungen in seinem Haus unter die Nase reiben und fragen kann, ob das Schließen von Lokalredaktionen und Lokalausgaben wirklich lesernah sind.

Wahr ist leider aber auch: Journalismus ist gerade im Lokalen immer noch gerne eine ritualisierte Amtshandlung, gemacht von Amtsträgern, die konsequent am wahren Leben vorbeischreiben. Und solange das so ist, kann man sich zwar über Verlagschefs echauffieren, die so etwas aussprechen – am Ergebnis der Abstimmung mit den Füßen wird sich trotzdem nichts ändern.

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Einblicke in die Universalcorner…

2. April 2013 - 11:51 Uhr

Inzwischen ist das eine hübsche kleine Tradition geworden: Einmal im Monat gibt es in der “Redaktionskonferenz” (formerly known as Was mit Medien) bei DRadio Wissen die “Universalcorner”. In Verbindung mit dem Buch, quasi als kleiner Radioworkshop für interessierte Journalisten. Luft donnerstags immer ab 18 Uhr. Und…ach was, bevor ich jetzt lange erzähle: Im Video erzählen Daniel Fiene und ich, was das eigentlich passiert. Herr Pähler fehlt leider. Mal wieder.

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Wir haben dich trotzdem lieb, Fernsehen

30. März 2013 - 0:16 Uhr

Es ist wirklich ganz ungemein schwierig, mit Phillip Walulis so etwas ähnliches wie ein Interview oder ein Gespräch zu führen. Nicht, dass er Unsinn erzählen würde, im Gegenteil. Aber erstens muss man dem Schnelldenker erst mal folgen können, zweitens sind seine Antworten so, dass man sich vorstellen kann, dass er sich für seine Sendung “Walulis sieht fern” nicht großartig verstellen muss – und schließlich passieren während eine solchen Gesprächs dann auch mal Dinge wie eine vergessene Frage oder ein läutendes Handy (zugegeben, es war meins).

Ansonsten: ein paar sehr dezidierte Ansichten über Social TV, Second Screens,  Smart TV, über RTL und Sigmund Gottlieb – und alles in allem ein überaus unterhaltendes Gespräch. Weswegen ich es entgegen aller Gewohnheiten auch nicht übers Herz gebracht habe, es auf unter 15 Minuten zu schneiden.

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Universalcode – die App

30. März 2013 - 0:12 Uhr

Es hat ein bisschen gedauert – aber jetzt kann ich es auch offiziell verkündigen: “Universalcode” wird es bald als App (vorerst nur für iOS) geben. Besser gesagt: als mehrere Apps. Dabei ist der Gedanke nicht, das Buch zum E-Book zu machen, das gibt es ja ohnehin schon. Sondern: Viele Tutorials im Video, kurze Texte als Handreichungen, sehr praxisorientiert. Und: keine 600 Seiten Text wie im Buch.

Mit der ABZV hat sich, wie schon bei der Webseite, ein wunderbarer Partner gefunden, der neben viel großartiger Unterstützung vor allem eines möglich macht: die Apps wird es kostenlos geben. Für die erste App brauchen Sie allerdings noch ein bisschen Geduld, wir arbeiten aber mit Hochdruck daran. Sobald es einen Release-Termin gibt, steht das natürlich hier ebenso wie auf der Universalcode-Seite.

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